Aktuell

1968: Geschichte kann man schon machen, aber so wie jetzt ist’s halt scheiße
Stückentwicklung am Theater Augsburg. Premiere: 10.03.2018
„Tagtraum der Freiheit“:
„Das alles ist ernst, hat aber viel Komik, auch der Chor der Vorschläge zu einer Kulturrevolution oder die Sologesänge „was bitteschön ist mit dem Abfall?“. Danach werden die Träume nach draußen getragen, vor die Brechtbühne, in bester Agitationsmanier mit Megafon. Die ersten, die lautstark mitmachen, sind ältere Herrschaften, die vom kostenlosen Nahverkehr träumen. Doch an diesem Abend herrscht eine hinreißende Jugend; mehr als drei Viertel der Zuschauer sind unter 18, die träumen dann auch mal von einem Einser-Abitur. Aus den Fenstern der Anwohner werden Träume gerufen, lustige und wichtige, es geht herrlich heiter zu.“
Süddeutsche Zeitung vom 16.3.2018

„Vom Mut eine Utopie zu formulieren“:
„Ja, dieser Abend war politisch […] [Er] spielt mit der Leerstelle und dem Abbruch von Theater […] Gleichzeitig wagt [er] sich aus diesem Vergangenen und Gegenwärtigen in eine Zukunft […] Da macht er sich auch angreifbar […] aber den Mut, die Phantasie dann wirklich auszumalen und seine Phantasie da auf die Bühne zu bringen – das finde ich bemerkenswert.“
Deutschlandfunk Kultur am 10.3.2018

„Das der Mut zur Utopie heute, in Zeiten behaupteter Alternativlosigkeit, nostalgischer Vergangenheitsbeschwörung und zukunftspessimistischer Krisendiskurse, höchst politisch ist, wählt Ripberger als schlüssigen Ausgangspunkt seiner Inszenierung und wagt sich ganz in diesem Sinne weit hinein in das Reich der Phantasie.“
Bayrischer Rundfunk am 11.3.2018

„Im ersten Teil auf nackter Bühne reden sich drei Schauspieler und drei Schauspielerinnen (davon eine, Annika Ullmann, die stumm als Souffleuse mit einem Stapel Papier am WG-Tisch dabeisitzt!) im Tempo von Schnellfeuer-Gewehren die Köpfe heiß, geben auch schon mal chorisch – und in bester Brecht‘scher Verfremdung – zu bedenken, dass dieses Gerede auf einer Theaterbühne eigentlich überhaupt nicht politisch und sowieso für die Katz‘ sei, die besten zehn Minuten der Veranstaltung aber die waren, als das Publikum seine Plätze suchte und so zeigte, wie Gesellschaft funktioniert.“
Die Deutsche Bühne vom 12.03.2018

„Peer Ripberger macht das sehr geschickt: Aus traditionellem Theater wird Agitationstheater und schlussendlich eine Bühneninstallation. Seine Stückentwicklung springt von der Vergangenheit in die Gegenwart und schließlich in die Zukunft.“
Bayrische Staatszeitung vom 16.3.2018

„Stark wird der Abend, wenn die Schauspieler in der Pause weiterspielen, sie das Publikum auf die Straße holen, dort mit dem Megafon im Stil von Martin Luther Kings „Ich habe einen Traum“ Reden halten. Sehen, mitmachen und darüber sprechen gehen in der Pause nahtlos ineinander über.“
Augsburger Allgemeine vom 11.3.2018

„Die Zuschauer streifen durch die Versatzstücke des Antifaschismus, des Antikapitalismus, der revolutionären Begeisterung, und dem, was dahinter steht: Nicht so werden zu wollen wie die Elterngeneration, anders zu leben, noch mehr: anders zu denken, zu fühlen, zu lieben. Dazwischen thematisiert sich das Stück immer wieder selbst.“
Donaukurier vom 16.3.2018

„1968: Geschichte kann man schon machen, aber so wie jetzt ist’s scheiße, ist alles, aber sicher nicht langweilig. Und wer auch nach dem Theaterbesuch noch ein bisschen grübeln will und wem es gefällt, wenn all seine Sinne in Anspruch genommen werden, der sollte in eine der folgende Aufführungen gehen“
Neue Szene Augsburg vom 13.3.2018

„Es gibt noch genügend Leute, die sich an 1968 gut erinnern. Die damals dabei waren. Die sich sofort einfinden konnten in die Atmosphäre auf der Brechtbühne: eine Gruppe schwarz gekleideter (etwas zu gestylt für 68er!) junger Leute, pausenlos rauchend am Diskutieren, noch bevor das Stück anfängt.“
Die Augsburger Zeitung vom 13.3.2018

„Erstaunlich ist, wie aktuell die Probleme noch immer sind. Es geht um Konsumzwang und falsche Bedürfnisse. Die weltweite Ausbeutung wird angesprochen. Gefordert werden die Veränderung von Schule und Uni sowie ein wirksamer Kampf gegen alte und neue Nazis. Ein Problem sind die Abfallberge.“
a3kultur vom 14.3.2018


designierter Intendant
Zimmertheater Tübingen
ab Spielzeit 2018/19

„Gemeinsam wollen die beiden das Zimmertheater, das finanziell nicht gut dasteht, mit politischer und gesellschaftsreflektorischer Themensetzung wieder für ein breiteres Publikum attraktiv machen. Auch indem sie den „experimentellen Gestus des besonderen Orts Zimmertheater“ wiederaufleben lassen: „Das ist für uns eine Verpflichtung für die Zukunft“, betonte Peer Ripberger.“
Schwäbisches Tagblatt vom 15.3.2018

“Dieter und Peer Ripberger bilden das künftige Leitungsteam an der Spitze des Tübinger Zimmertheaters.”
Schwäbisches Tagblatt vom 30.06.2017

“Wer ein wenig in den Viten der beiden stöbert, stößt zwischen den Schlagzeilen schnell auf Begriffe wie „Generationswechsel“ oder „Verjüngungskur“. Keine Frage, Peer und Dieter Ripberger stehen beinahe exemplarisch für den Jungbrunnen, den der Kulturbetrieb gerne durchwatet. Dem Nachwuchs eine Chance: Wann, wenn nicht jetzt, da die letzen Kämpen von anno Altachtundsechzig in den verdienten Ruhestand geleitet werden.”
Schwäbisches Tagblatt vom 30.06.2017

“Die an der Hildesheimer Theaterschule ausgebildeten Lebenspartner werden das Zimmertheater gemeinschaftlich führen, so die Presseaussendung, wobei der Schwerpunkt von Peer Ripberger die künstlerische Leitung sei, während Dieter Ripberger sich auf die Geschäftsführung konzentrieren werde. „Das Zimmertheater ist mit seinen besonderen Räumen der perfekte Ort, um in einem beherzten Dialog mit der Stadt brisante und gerne auch kontroverse Stückentwicklungen zu inszenieren. Wir freuen uns sehr auf diese Möglichkeit“, so die designierten Intendanten.”
nachtkritik.de vom 30.06.2017


Das Robin-Hood-Experiment. Widerstand in Strumpfhosen
Performance über einen Selbstversuch

“Man atmet durch und fühlt mit, wenn das Stück vorüber ist. Es endet versöhnlich, fast idyllisch: Ein junges Paar sitzt vor einem beleuchteten Zelt an einem See. Es ist aber nicht das Happy End einer aufwühlenden Beziehungsgeschichte, sondern die Erschöpfung nach einem wahren Bühnenfuror. In der Theaterwerkstatt Pilkentafel hat die junge Generation mit der aktuellen Inszenierung ‘Das Robin-Hood-Experiment. Widerstand in Strumpfhosen’ ein weiteres Ausrufezeichen gesetzt.”
Flensburger Tageblatt vom 31.10.2016

Fett. Mein BMI ist höher als dein IQ, Bitch!
Spielzeiteröffnung der Theaterwerkstatt Pilkentafel

“Im Zusammenspiel mit Lautsprecher- und Leinwandpräsentation prangern die beiden Frauen einen gesellschaftlichen Zwang zur Körperperfektionierung an, stellen sich widersprechende Aussagen über vermeintlich gesundes Verhalten bloß und Vorurteile über dicke Menschen in Frage. „Glaubt ihr wirklich, wir sitzen den ganzen Tag auf dem Sofa und fressen Chips?“, fragt Elisabeth Bode klagend ins Publikum.”
Flensburger Tageblatt vom 18.09.2016 2016

“Peer Ripberger hat die Eröffnungsproduktion Fett. Mein BMI ist höher als dein IQ, Bitch! auf die Bühne gebracht. Ein Zwei-Personen-Stück mit Elisabeth Bohde und ihrer Tochter Lotta, die das Thema Dicksein verhandelt, indem es gängige Vorurteile mit der Innenperspektive von Betroffenen konfrontiert – ziemlich textlastig, mutig, persönlich, eindringlich und oft auch sehr witzig.”
Kieler Nachrichten vom 07.10.2016