Götzendämmerung. Post-fuck-tische Ergüsse zum Zeitgeschehen

Die Wahrheiten und Gewissheiten haben ihre Zeit hinter sich. Mit ihrem Abgang klafft eine gigantische Wunde im sozialen Gefüge. Und so fühlen sich viele Menschen als Opfer, setzen ihr Vertrauen in „allmächtige Männer“, die sich selbst wie Götter inszenieren und Besitzstandswahrung versprechen: Alte Privilegien sollen wiederhergestellt werden – um jeden Preis.
In „Götzendämmerung“ kämpfen vereinzelte Individuen um einen eigenen Standpunkt und suchen vergeblich im Unzeitgemäßen nordischer Mythen, Richard Wagners und Friedrich Nietzsches nach Stützen. Sie loten aus, wann sie selbst welcher Wahrheit verpflichtet sind und versuchen den neuen Götzen auf Augenhöhe zu begegnen. Ihre Wut, ihre Verzweiflung, ihre Sehnsüchte ergießen sich in immer neuen Tiraden auf die Bühne, bilden einen vor Zynismus triefenden Boden, auf dem ihnen nicht viel mehr übrig bleibt, als ihre eigenen Körper tanzend gegen die Wirklichkeit zu stellen.


ITZ im Zimmertheater Tübingen

Premiere: 27.4.2019

Text und Inszenierung: Peer Ripberger
Bühne und Kostüm: Raissa Kankelfitz
Sounddesign: Maximilian Kupi, Ariel William Orah
Dramaturgie: Ben Ziegler
Es spielen: Anaela Dörre, Mario Högemann, Nina Karimy, Thea Rinderli, Christopher Wittkopp

 

„Gewagter trat das Zimmertheater unter seinen neuen Intendanten bislang nicht auf“

Reutlinger Generalanzeiger vom 29.4.2019

„Das neue ITZ-Stück ‚Götzendämmerung. Post-fuck-tische Ergüsse zum Zeitgeschehen‘ ist die beklemmende Tour de Force durch eine dauererregte Pornowelt, die ziemlich dicht an die Zuschauer heranrückt“

Schwäbisches Tagblatt am 30.4.2019

„Auch in der Uraufführung „Götzendämmerung“ gelingt es den Theatermachern, komplexe Themen wie politische Unwahrheiten und hemmungslose Gewinnmaximierung auf unterhaltsame Weise in Szene zu setzen. Was das Publikum begeistert, ist der tiefgesellschaftskritische Sinn der sich hinter schockierend ehrlichen, aber auch amüsanten Bühnenbildern und Dialogen versteckt. Das ITZ schafft es somit erneut mit einer neugeborenen Form der Theaterästhetik zu brillieren und hinterlässt tiefen Eindruck bei den Zuschauern.“

Kupferblau vom 4.5.2019