Die Dritte Gorgone, Wer in den Bildschirm blickst erstarrt

Eine interaktive Video-Installation

Das Internet gilt als die revolutionärste technologische Innovation des Informationszeitalters. Ihm werden in superlativischer Weise allerlei gesellschaftliche Veränderungspotentiale zugeschrieben: Kommunikationsstrukturen, Arbeitsprozesse, kulturelle Teilhabe, Demokratisierung – die Dritte Industrielle Revolution birgt eine Menge Heilsversprechen. Doch die Schattenseiten beginnen, sich als Katerstimmung der Berauschung an scheinbar unbegrenzten Möglichkeiten auszubreiten.

Wie eine Gorgone – ein Wesen der griechischen Mythologie mit Schlangenhaaren, deren Blicke den Betrachteten zu Stein erstarren lassen – ist das Internet zugleich faszinierend und erschreckend. Wie verändern sich Arbeitsprozesse und Demokratie durch die Gefahr der Gorgone? Worin liegen ihr Charme und ihr Reiz? Drohen wir letztlich alle zu erstarren, durch unsere orgiastische Selbstauslieferung an die Technologie?

Die viel diskutierte These, dass die Digitalisierung menschliche Arbeit in großem Maßstab wegrationalisiert, inspiriert die Inszenierung dazu, eine wesentliche Grundannahme des Theaters infrage zu stellen: die leibliche Anwesenheit von Schauspielern. Was passiert, wenn der Schauspieler digitalisiert, seine Arbeit von der Bühne wegrationalisiert wird?

Produziert in der Theaterwerkstatt Pilkentafel, Flensburg

Premiere: 05.11.2015

nächste Aufführungen:
12.-14.11. und 19.-21.11.
jeweils um 20 Uhr

Inszenierung: Peer Ripberger
Performance: Stefanie Mrachacz, Anaela Dörre und Flensburger Bürger
Sounds: Matthias Kaul
Nerven- und Kabel Verband: Torsten Schütte
sorgender Zuspruch: Elisabeth Bohde


„Smartphone ange- schaltet lassen, eine Internetseite besuchen und eine Meldung an eine digitale Figur schreiben. Die Vorstellung hat noch nicht angefangen, trotzdem lädt sie sofort ein zur Kommunikation. Die Handys werden sofort herausgenommen, sogleich geraten die Zuschauer unter die versteinerten Blicke der gegenwärtigen Meduse Gorgone – des Internets.“

Zur Kritik im Flensburger Tageblatt vom 07.11.2015

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